Kündigungsgründe für den Arbeitnehmer

 Es gibt viele Gründe warum ein Arbeitnehmer Arbeitsvertrag auflösen muss oder möchte. Wir liefern Ihnen auf dieser Seite einen detaillierte Übersicht von möglichen Gründe und deren Rechtfertigung.

1. Allgemeines

Grundsätzlich ist es immer mit einer Frist von (meistens) einen Monat als Arbeitnehmer möglich seinen Arbeitsvertrag zu kündigen. Sollte im Arbeitsvertrag eine andere Zeitspanne genannt sein, muss diese natürlich eingehalten werden oder man einigt sich gütlich mit seinem Arbeitgeber.

In bestimmten Arbeitsverhältnisse gibt es auch Umstände die eine deutlich kürzere oder gar keine Kündigungsfrist bedingen.

Dazu zählen unter anderen:

  • Ausbildungsverhältnisse
  • Probezeit bei einem neuen Arbeitsverhältnis

Ganz allgemein ist es immer besser bei einer Kündigung mit seinem Arbeitgeber zu sprechen um eine einvernehmliche und für alle Beteiligten unkomplizierte Einigung zu erreichen.

Mit einem Streit vor einem Arbeitsgericht ist in der Regel Niemanden geholfen.

2. Welche Gründe können für eine Kündigung maßgebend sein?

Es gibt in den meisten Fällen nicht nur einen Grund, warum ein Arbeitnehmer seinen Vertrag kündigen will. Immerhin geht er mit einem solchen Schritt ein nicht zu vernachlässigendes Risiko ein.

Sollte er noch kein adäquate neue Stelle haben, stellt er sich finanziell deutlich schlechter. Außerdem riskiert er mit diesem Schritt eine Sperrung durch die Agentur für Arbeit, sodass er kein Arbeitslosengeld I erhält.

2.1. Kündigung um Entlassung zuvor zu kommen

  • Arbeitnehmer kommt einer drohenden Kündigung/Entlassung durch Arbeitgeber zuvor
  • erspart Arbeitgeber dadurch erheblichen Aufwand (Rechtfertigung, Outplacement, Betriebsrat)
  • schafft für sich klare Verhältnisse und zeigt Eigeninitiative/Mut
  • wird von Arbeitgeber gerne honoriert (Abfindung, sehr gutes Arbeitszeugnis

ACHTUNG!

Der Arbeitnehmer verliert durch diesen Schritt jeglichen Anspruch auf staatliche Unterstützung bei Beginn der Arbeitslosigkeit. 

2.2. Kündigung aus persönlichen Gründen

Bei diesem Kündigungsgrund können sehr viele Nuancen eine Rollen spielen, die den Arbeitnehmer zu einen solchen Schritt bewegen.

Dazu gehören:

  • Über-/Unterforderung am Arbeitsplatz – Arbeitnehmer ist nicht ausgelastet und fühlt sich nicht richtig eingesetzt / fühlt sich seinen Aufgaben nicht gewachsen
  • Gehaltsansprüche entsprechen nicht den Vorstellungen – Arbeitgeber geht nicht auf die Gespräche zur Gehaltserhöhung ein
  • Probleme mit den Arbeitskollegen/Vorgesetzten – das Arbeitsumfeld/Kollektiv passt nicht zusammen
  • Mobbing – ein Arbeitnehmer wird vorsätzlich und gezielt von Arbeitskollegen/Vorgesetzten unter Druck gesetzt
  • Gesundheitliche Probleme aufgrund des Arbeitsumfelds – Voraussetzungen am Arbeitsplatz entsprechen nicht den Vorschriften und gefährden die Gesundheit

2.3. Kündigung zur Forcierung der Karriere

Wer seine Karriere vorantreiben will, ist unter Umständen ebenso gezwungen, sein Arbeitsverhältnis zu kündigen.

Das kann folgende Gründe haben:

  • der Arbeitnehmer sieht in Unternehmen kein Perspektive
  • keine Aufstiegs-Chancen
  • nicht seinen Qualifikationen entsprechend eingesetzt
  • berufliche Neuorientierung

Sollten solche Bestrebungen vorliegen ist es sicherlich ratsam einen bestehenden Vertrag zu beenden. In einigen Fällen ist ein guter Arbeitgeber auch zu Zugeständnissen bereit, weil er einen gut ausgebildeten und loyalen Mitarbeiter nicht verlieren will.

Diese Möglichkeit sollte man dann genau prüfen, ehe man sich endgültig für die Kündigung entschließt.

Die Folgen einer Selbstkündigung können wie schon erwähnt schwerwiegend sein.

3. Zusammenfassung

Es gibt grundsätzlich drei grobe Kündigungsgründe für einen Arbeitnehmer:

  • drohende Kündigung (Vorgreifen einer Entlassung)
  • persönliche Gründe (Gesundheit, Mobbing, Arbeitsumfeld …)
  • Karriere (keine Perspektive, Überqualifizierung, keine Aufstiegschancen)

Die Folgen müssen aber beachtet werden:

  • vorläufige Sperre für die Auszahlung des Arbeitslosengeld I (falls Beschäftigung von über 12 Monaten in den letzten zwei Jahren)
  • finanzielle Einbußen
  • schwierige wirtschaftliche Situation kann Jobsuche erschweren